Hannover, 20.01.2026. Am Dienstag, dem 20. Januar, fand im Neuen Rathaus Hannover die erste Sitzung des „Runden Tisches SiRo 3.0“ statt. Eingeladen hatte das Niedersächsische Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti e. V. sowie dem Roma Center e. V., die auch die Organisation und Leitung der Veranstaltung übernahmen.
Mehr als 40 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft kamen unter dem Leitthema „Institution Schule. Diskriminierung abbauen. Potenziale stärken“ zusammen. Ziel der Sitzung war es, sich konstruktiv auszutauschen und Perspektiven für eine diskriminierungssensible sowie gleichberechtigte schulische Bildung für Kinder aus den Communities der Sinti und Roma zu entwickeln.
Der „Runde Tisch SiRo 3.0“ wurde im August 2025 ins Leben gerufen. Er ist ein in der Bundesrepublik einzigartiges Gremium, das erstmals auf Landesebene von den Communities initiiert und geleitet wird und dabei auf Augenhöhe mit Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft einen handlungsorientierten Dialog führt. Der Runde Tisch identifiziert strukturellen Handlungsbedarf und entwickelt tragfähige Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierung und zur Förderung der Partizipation von Roma und Sinti in Niedersachsen. Schließlich begleitet er die Umsetzung der Maßnahmen in die Praxis und steht den leitenden Institutionen beratend zur Seite.

In seiner Eröffnungsrede hob der Präsident des Niedersächsischen Verbands Deutscher Sinti e.V., Mario Franz, hervor, dass die Einberufung des Gremiums durch das Kultusministerium ein wichtiges Signal darstelle. Sie zeige, dass die Mehrheitsgesellschaft Verantwortung übernehme und aus eigener Initiative für mehr Gleichberechtigung im niedersächsischen Schulsystem eintrete.
Grußworte sprachen zudem der stellvertretende Oberbürgermeister Thomas Herrmann sowie die Leiterin der zuständigen Ministeriumsabteilung für schulformübergreifende Angelegenheiten, Silke Feser. Frau Feser bezeichnete Chancengerechtigkeit im Bildungssystem als Herzensangelegenheit.
In vier Arbeitsgruppen wurden anschließend zentrale Themenbereiche der Bildungsinstitution Schule behandelt. Diskutiert wurden unter anderem der Einsatz von Bildungsbegleiter:innen aus den Communities, Sensibilisierungsmaßnahmen für Schulmitarbeitende,w Lehramtsstudierende und Pädagog:innen, sowie die Anpassung von Kerncurricula. Jede Arbeitsgruppe wurde von Expert:innen geleitet und durch Vertreter:innen der Communities der Roma und Sinti fachlich begleitet. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Ergänzend gaben vier Expert:innen aus Wissenschaft und Bildung Impulsvorträge. Thematisiert wurden unter anderem Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zu institutionellem Antiziganismus, die Analyse rassismuskritischer Lehr- und Unterrichtsmaterialien, die aktuelle Bildungssituation der Communities sowie erfolgreiche Praxisprojekte zur Bekämpfung von institutioneller Diskriminierung im Bildungssystem.
Zum Abschluss der Sitzung wurden die weiteren Ziele und Arbeitsweisen des „Runden Tisches SiRo 3.0“ vorgestellt. Das Gremium wird künftig vierteljährlich tagen und kann von jedem Mitglied einberufen werden. Das Roma Center e. V. und der Niedersächsische Verband Deutscher Sinti e. V. dankten den Teilnehmenden für die engagierte Mitarbeit und bezeichneten die erste Sitzung als einen gelungenen und konstruktiven Auftakt, der in den kommenden Monaten weiter vertieft und verstetigt werden soll.
Der Runde Tisch SiRo 3.0 ist ein Gremium, das gemeinsam vom Niedersächsischer Verband deutscher Sinti e.V. und dem Roma Center e.V. ins Leben gerufen wurde. An ihm sind mehr als 80 Institutionen aus ganz Niedersachsen beteiligt.


